Die Notwendigkeit eines Identitäts- und Zugriffsmanagementsystems wird durch zwei Hände verkörpert, die Identitäten in Form von Kreisen mit anonymen Personen darin halten.

Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) - Warum es wichtig ist und was Sie tun sollten

IAM-Systeme verdienen viel mehr Aufmerksamkeit - sie arbeiten zwar unter der Haube, aber sie sind der eigentliche Schlüssel zu allen Daten und Funktionen eines Online-Dienstes.

Jede Website, jede App und jeder Online-Dienst mit Anmeldefunktion muss es seinen Nutzern ermöglichen, sich zu authentifizieren und zu autorisieren, also ihre Identität zu überprüfen und ihnen passende Rechte und Privilegien zuzuweisen: entscheiden, was diese Nutzer tun dürfen, welche Daten sie lesen, schreiben, ändern und löschen können.

Genau darum geht es beim Identitäts- und Zugriffsmanagement („IAM“, für „Identity and Access Management“ auf Englisch).

Warum Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) so wichtig ist: Wenn es scheitert, bricht alles auseinander

Wir alle kennen die Hacker-Szenen aus Filmen: Ein Hacker, der versucht, auf ein Computersystem zuzugreifen, verwendet den Namen oder die E-Mail-Adresse einer Person, die er vorgibt zu sein, “errät” dann das Passwort und voilà: er ist drin. Wenig später versucht er möglicherweise sich erweiterte Rechte zu verschaffen oder einen Benutzer mit mehr Rechten auf dem System finden, das er kontrollieren will.

Auch wenn das eben „nur“ ein Film ist, zeigt es, warum IAM so wichtig ist: Wenn das Zugangsmanagement nicht richtig umgesetzt oder genutzt wird, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Kriminelle können Identitäten stehlen, löschen oder neue erstellen. Und sie können Dinge tun, zu denen sie nicht in der Lage sein sollten: auf Geschäftsgeheimnisse zugreifen, Datensätze ändern, logische Bomben platzieren, oder ganze Systeme mittels Ransomware verschlüsseln. Oder, was am häufigsten vorkommt, Transaktionen im Namen anderer durchführen.

IAM ist der zentrale Zugangspunkt zu allem, was mit einem System gemacht werden kann, zu allen gespeicherten Daten und zu allen möglichen Aktionen. Es ist wie ein Hausschlüssel plus Code für die Alarmanlage: Ist das IAM unzureichend abgesichert oder falsch konfiguriert, steht das gesamte System oder die Plattform im schlimmsten Fall sperrangelweit offen.

Was Identitäts- und Zugriffsmanagement (IAM) leisten muss

IAM ist ein weit gefasster und nicht eindeutig definierter Begriff. Daher werden häufig auch andere Bezeichnungen verwendet, die ähnliche Aspekte abdecken, wie z. B. „Authentifizierungslösung“ oder „Benutzerverwaltung“, auch wenn diese Begriffe in der Regel nur Teilbereiche von IAM beschreiben. IAM umfasst dabei sowohl die Verwaltung von Identitäten als auch die Steuerung von Zugriffsrechten über den gesamten Lebenszyklus hinweg.

Es existieren zudem unterschiedliche Ausprägungen von IAM. So umfasst beispielsweise Customer Identity and Access Management (CIAM) Lösungen, die speziell auf externe Nutzer und verbraucherorientierte Websites und Anwendungen ausgerichtet sind, während klassische IAM-Lösungen häufig auf interne Anwendungsfälle innerhalb von Organisationen abzielen.

Es gibt jedoch einige grundlegende Funktionen, die jede IAM-Lösung erfüllen sollte:

Wie Datenschutz und Privatsphäre ins Spiel kommen

Diese Reihe von Funktionen zeigt, dass der IAM-Dienst der Schlüssel zum gesamten System ist: alle Daten, alle Identitäten, alles, was auf der Plattform getan werden kann. Wenn es also Mängel beim technischen Datenschutz gibt, ist das gesamte System nicht konform und kann leicht kompromittiert werden.

Aus diesem Grund widmet beispielsweise das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) dem IAM einen eigenen Abschnitt in seinem IT-Grundschutz-Kompendium (dort ORP.4 - Identitäts- und Berechtigungsmanagement).

Auch das regulatorische Umfeld hat sich signifikant erweitert. Die NIS2-Richtlinie, die seit Oktober 2024 Anwendung findet, führt „die Nutzung von Multi-Faktor-Authentifizierung oder Lösungen zur kontinuierlichen Authentifizierung“ als Mindestmaßnahme für das Risikomanagement bei „besonders wichtigen“ (wesentlichen) und „wichtigen“ Einrichtungen auf. Im Finanzsektor geht der Digital Operational Resilience Act (DORA) noch einen Schritt weiter: Er fordert „starke Authentifizierungsmechanismen“.

Für die meisten Dienste, die eine bestimmte Größe und Komplexität überschreiten, ist es fast unmöglich, alle diese Kriterien mit einer selbst entwickelten Lösung zu erfüllen. Dies gilt insbesondere für verteilte Systeme, die eine cloudbasierte IAM-Lösung erfordern. Es wird ein Provider benötigt, was im Sinne des Datenschutzes bedeutet: ausgelagerte Datenverarbeitung nach Art. 28 DSGVO (oder in einigen Fällen: gemeinsame Kontrolle, Art. 26 DSGVO).

Da es sich bei den Authentifizierungsdaten um personenbezogene Daten handelt und sie der Schlüssel für den Zugang zu noch mehr Daten sind, findet ein Datentransfer zum und vom IAM-Anbieter statt, der die komplexen Regeln der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) auslöst.

Erforderliche Maßnahmen

IAM-Systeme erhalten nicht immer die Aufmerksamkeit, die sie verdienen. Sie arbeiten im Hintergrund, sind technisch anspruchsvoll und werden daher oft als wenig greifbar wahrgenommen. Dennoch sind sie die zentrale Kontrollinstanz zwischen einem System und der Außenwelt. Wenn sie schwach, kompromittiert oder einfach nicht konform sind, ist das gesamte System betroffen. Nochmals: IAM ist eine Aufgabe der Führungsebene.

Die gute Nachricht ist, dass die Wahl des richtigen Cloud-basierten IAM-Systems das Leben für das Unternehmen, die IT-Abteilung und die Benutzer gleichermaßen erleichtert. Gut definierte Rollen und einfach zu bedienende Self-Service-Funktionen minimieren den Verwaltungsaufwand und machen Prozesse transparent. Wartung und Weiterentwicklung werden an einen Anbieter ausgelagert, der zentral und effizient arbeitet und ständig die neuesten Entwicklungen in Technologie, Verwaltung und Gesetzgebung verfolgt. Gerade in komplexen IT-Landschaften wird IAM damit zu einem entscheidenden Faktor für Sicherheit, Effizienz und Skalierbarkeit.

Wir bei Engity sind überzeugt: Ein durchdachtes und zuverlässig betriebenes IAM ist die Grundlage für sichere und effiziente digitale Prozesse.

Hinweis: Dieser Beitrag wurde erstmals im März 2022 veröffentlicht und zuletzt im Mai 2026 aktualisiert und korrigiert.