Als Darknet wird ein versteckter Teil des Internets bezeichnet, der nicht über herkömmliche Suchmaschinen wie Google und Co. zugänglich ist. Das Darknet basiert auf verschlüsselten Verbindungen und anonymisierten Netzwerken, und nur spezielle Software bietet Zugang zum Tor-Netzwerk, in dem das Darknet läuft.
Tor steht dabei für “The Onion Router” (zu Deutsch - Der Zwiebel-Router) und wie bei einer Zwiebel gibt es mehrere Schichten. Denn anders als beim gewöhnlichen Surfen im World Wide Web (www) verbindet sich der Computer nicht direkt mit dem Server, auf dem die angeforderte Webseite liegt. Stattdessen wird die Internetverbindung des Nutzers durch verschiedene Server (Schichten) weltweit geleitet und der Datenverkehr mehrfach verschlüsselt. Somit wird die Identität des Nutzers verschleiert und die Aktivitäten werden schwer nachvollziehbar. Diese Anonymität ist auch der Grund für die Beliebtheit des Darknets.
Den Zugang zum Darknet erhält man mit speziellen Browsern wie dem Tor-Browser oder ähnlichen Anwendungen, die den Weg anonymisieren, den die Daten nehmen. Man kann sich den Weg dabei wie folgt vorstellen:
Bei jeder Anfrage baut der Tor-Client eine neue zufällige Verbindung über mehrere Knoten (englisch Node) bis zum Zielserver auf, auf dem sich die Zielseite befindet. Dabei kennt jeder Knoten nur die IP-Adresse des vorherigen und nächsten Knotens und alle Daten, die zwischen den Knoten übertragen werden, sind verschlüsselt. Lediglich das letzte Teilstück zum Zielserver ist nicht automatisch verschlüsselt. Dem Zielserver ist dann auch nur die IP-Adresse des vorherigen Knotens, dem Exit-Node, bekannt, nicht aber die des Computers, von dem die Anfrage ausging.
Die gestellten Anfragen sind zwar anonymisiert, die gesendeten Daten aber nicht zwingend sicher. Log-In-Daten oder Kreditkarteninformationen, die in Webformularen eingegeben werden, können trotz Tor ausgelesen werden.
Das Darknet wird oft mit illegalen Aktivitäten wie Drogen- oder Waffengeschäften in Verbindung gebracht. Doch nicht nur Kriminelle nutzen das dunkle, verborgene Netzwerk. Politisch Unterdrückte, Dissidenten oder Oppositionelle bewegen sich ebenfalls im Darknet, über das auch auf das Clear Web, das gewöhnliche Internet, zugegriffen werden kann.
Die Nutzer des Darknets lassen sich grob in drei Gruppen einteilen:
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Kriminelle: Hacker, die gestohlene Daten verkaufen oder betrügerische Dienstleistungen anbieten. Aber auch Drogen, nicht registrierte Waffen, Sprengstoffe und mehr werden im Darknet verkauft und mit Kryptowährungen bezahlt.
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Journalisten, Aktivisten, Whistleblower: Menschen, die den Schutz des Darknets für ihre Kommunikation benötigen, ohne dabei kriminelle Ansichten zu verfolgen. Also all jene, die sich in repressiven Staaten sicher austauschen, Informationen anonym veröffentlichen oder die auf Inhalte zugreifen wollen, die durch politische Restriktionen nicht zur Verfügung stehen. Oder einfach nur Personen, die sehr auf ihre Privatsphäre achten.
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Unternehmen und Sicherheitsforscher: IT-Sicherheitsfirmen und Unternehmen nutzen das Darknet zur Bedrohungsanalyse, um potenzielle Sicherheitsrisiken frühzeitig zu erkennen, da das Risiko der Verbreitung von Schadsoftware im Darknet höher ist als im Clear Web.
Neben dem Darknet gibt es noch das Deep Web. Beide Begriffe “Darknet” und “Deep Web” werden oft synonym verwendet, doch sie unterscheiden sich grundlegend:
Deep Web: Der Teil des Internets, der nicht öffentlich indexiert wird. Macht in etwa 90 % des gesamten World Wide Web aus. Dazu gehören Unternehmensnetzwerke, Cloud-Speicher, Datenbanken und geschützte Webseiten.
Darknet: Ein verschlüsseltes und anonymes Netzwerk innerhalb des Deep Web, das spezielle Software benötigt. Die Gesamtzahl aller Darknets wird auch als Dark Web bezeichnet.
Einfach gesagt: Jedes Darknet ist Teil des Deep Web, aber nicht jedes Deep Web ist ein Darknet.