In einer Holzkiste liegen Perlen mit jeweils unterschiedlichen Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen, davor eine Schnur, auf der bereits einige Perlen aufgereiht wurden und ein Passwort ergeben.

Wie erstelle ich ein sicheres Passwort?

Konkrete Methoden und Best Practices für sichere Zugangsdaten im Alltag.

Was ist ein sicheres Passwort?

Ein sicheres Passwort muss verschiedene Kriterien erfüllen. Dabei wird seit Jahren diskutiert, was sicher bedeutet: Ein langes, komplexes, starkes oder einzigartiges Passwort. Dabei ist es mittlerweile bewiesen, dass ein starkes Passwort die größte Passwortsicherheit verkörpert.

Was “stark” bedeutet – kurz zusammengefasst

Ein starkes Passwort sichert die bestmögliche Passwortsicherheit und vereint zentrale Kriterien wie Länge, Unvorhersehbarkeit und Einzigartigkeit. Eine detailliertere Beschreibung findet sich in unserem Glossarbeitrag zum Thema Passwortstärke.

In der Praxis stellt sich jedoch oft eine andere Frage: Wie lassen sich solche Passwörter konkret erstellen, ohne dass sie im Alltag zum Problem werden?

Drei bewährte Methoden für starke Passwörter

Es gibt nicht die eine richtige Methode, aber einige Ansätze haben sich in der Praxis besonders bewährt.

Passphrasen nutzen

Passphrasen bestehen aus mehreren zufällig kombinierten Wörtern und sind eine der einfachsten Möglichkeiten, starke und gleichzeitig merkbare Zugangsdaten zu erstellen.

Ein Beispiel: “LampeTigerKaffeeSaturnGitarre”

Durch die Länge und die ungewöhnliche Kombination entsteht ein sehr großer Suchraum, der Angriffe erheblich erschwert, ohne dass die Merkfähigkeit darunter leidet.

Wichtig ist, dass die Wörter nicht in einem offensichtlichen Zusammenhang stehen und keine bekannten Zitate oder Phrasen bilden. Wenn dann diese nicht im Zusammenhang stehenden Wörter zusätzlich noch mit Zahlen und Sonderzeichen angereichert werden, erhöht sich das Sicherheitsniveau zusätzlich.

Passwort-Manager verwenden

Für viele Anwendungen ist ein Passwort-Manager die praktikabelste Lösung. Er generiert zufällige, lange, starke und einzigartige Passwörter für jeden einzelnen Dienst und speichert diese sicher.

Der große Vorteil: Nutzer müssen sich nicht mehr jedes Passwort merken, sondern nur noch ein zentrales Master-Passwort.

Gerade in Umgebungen mit vielen Accounts reduziert das nicht nur den Aufwand, sondern verhindert auch typische Sicherheitsprobleme wie die Wiederverwendung von Passwörtern.

Eigene Systematik – mit Vorsicht

Eine häufig genutzte Methode besteht darin, Passwörter aus den Anfangsbuchstaben eines Satzes zu bilden. So kann zum Beispiel aus “Ich trinke morgens um 7 Uhr meinen Kaffee” ein Passwort wie “Itmu7UmK!” entstehen.

Solche Ansätze können die Merkfähigkeit verbessern, sollten jedoch sorgfältig umgesetzt werden. Sobald ein Muster erkennbar ist, kann es von Angreifern ausgenutzt werden.

Wenn eine eigene Systematik verwendet wird, sollte sie daher:

Worauf es ankommt, wenn klassische Passwörter verwendet werden

Auch wenn moderne Ansätze wie Passphrasen oder Passwort-Manager viele Vorteile bieten, werden in der Praxis weiterhin häufig klassische Passwörter verwendet. In solchen Fällen kommt es entscheidend darauf an, bestimmte Mindestanforderungen einzuhalten.

Ein sicheres Passwort sollte ausreichend lang sein und nicht auf bekannten Mustern oder persönlichen Informationen basieren. Als Orientierung empfehlen beispielsweise Sicherheitsbehörden wie das BSI:

Konstruktionen wie “Sommer2026!” oder “Passwort123!” erfüllen zwar formale Anforderungen, sind jedoch leicht zu erraten und bieten daher keinen wirksamen Schutz.

In der Praxis zeigt sich zudem, dass insbesondere lange und komplexe Passwörter schwer zu merken sind. Dies führt häufig dazu, dass sie wiederverwendet oder nur minimal angepasst werden, was das Risiko erfolgreicher Angriffe deutlich erhöht. Abhilfe schaffen hier beispielsweise Passwort-Manager, die eine sichere Speicherung ermöglichen und gleichzeitig den Umgang mit komplexen Passwörtern erleichtern.

In bestimmten Szenarien, etwa zur Dokumentation wichtiger Zugangsdaten oder im Kontext eines digitalen Nachlasses, kann auch eine physische Aufbewahrung sinnvoll sein, beispielsweise in einem verschlossenen Tresor. Dabei sollte jedoch stets sichergestellt werden, dass nur berechtigte Personen Zugriff darauf haben.

Deshalb gilt: Klassische Passwörter können sicher sein, erfordern jedoch eine sorgfältige Erstellung, konsequente Nutzung und sichere Speicherung. In vielen Fällen sind alternative Ansätze die praktikablere und langfristig sicherere Lösung.

So lassen sich unsichere Passwörter erkennen

Unsichere Passwörter lassen sich oft schneller erkennen, als es auf den ersten Blick scheint. Entscheidend ist weniger, wie komplex ein Passwort wirkt, sondern ob es vorhersehbaren Mustern folgt.

Ein typisches Anzeichen ist eine erkennbare Struktur, etwa wenn ein Wort mit Zahlen oder Sonderzeichen ergänzt wird, um formale Anforderungen zu erfüllen. Solche Konstruktionen wirken zwar komplex, basieren jedoch häufig auf bekannten Mustern, die in vielen Angriffsszenarien bereits berücksichtigt werden.

Ebenfalls problematisch sind Passwörter, die sich nur geringfügig voneinander unterscheiden, beispielsweise durch das Austauschen einzelner Zeichen oder das schrittweise Verändern von Zahlen. Für Angreifer stellen solche Variationen kaum ein Hindernis dar.

Ein weiteres Warnsignal ist, wenn ein Passwort leicht zu merken ist, ohne bewusst dafür gestaltet worden zu sein. Was für Nutzer intuitiv erscheint, ist häufig auch für Angreifer naheliegend.

In der Praxis gilt daher: Wenn ein Passwort einem einfachen Schema folgt oder sich logisch herleiten lässt, bietet es in der Regel weniger Schutz als angenommen.

Genau hier setzen viele typische Fehler bei der Passwort-Erstellung an.

Was bei der Passwort-Erstellung häufig schiefgeht

Ein häufiger Fehler ist die Annahme, dass Komplexität automatisch Sicherheit bedeutet. In der Praxis entstehen dadurch oft kurze, aber vorhersehbare Passwörter, die sich relativ leicht angreifen lassen.

Ebenso problematisch ist die Wiederverwendung von Passwörtern. Wird ein Zugang kompromittiert, können Angreifer diese Daten häufig auch bei anderen Diensten erfolgreich einsetzen.

Auch kleine Anpassungen bestehender Passwörter, etwa das Erhöhen einer Zahl am Ende, bieten kaum zusätzlichen Schutz, da solche Muster in vielen Angriffsszenarien bereits berücksichtigt werden.

Zusätzlicher Schutz: Mehr als nur ein Passwort

Selbst starke Passwörter bieten keinen vollständigen Schutz. Zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) erhöhen die Sicherheit erheblich.

Dabei wird neben dem Passwort ein weiterer Faktor abgefragt, etwa ein Einmalpasswort per App oder ein biometrisches Merkmal. Selbst wenn ein Passwort kompromittiert wird, bleibt der Zugriff dadurch in vielen Fällen geschützt.

Wo immer möglich, sollte daher 2FA aktiviert werden.

Wie Systeme Nutzer unterstützen können

Neben dem Verhalten der Nutzer spielt auch die technische Umsetzung des Authentifizierungssystems eine wichtige Rolle. Moderne Systeme könne aktiv dazu beitragen, die Qualität von Passwörtern zu erhöhen und typische Risiken zu reduzieren.

Dazu gehören unter anderem integrierte Passwortstärkeprüfungen, die bereits bei der Erstellung Feedback geben, sowie Mechanismen zur Erkennung bereits kompromittierter Passwörter. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass unsichere oder bekannte Passwörter gar nicht erst verwendet werden können.

Auch eine integrierte Lock-Out-Funktion, die nach mehreren fehlgeschlagenen Login-Versuchen greift, erhöht die Sicherheit einer Zugangslösung erheblich. Dadurch werden automatisierte Angriffe wie Brute-Force- oder Wörterbuchattacken deutlich erschwert.

Fazit: Starke Passwörter entstehen nicht zufällig

Wie schnell ein Passwort geknackt werden kann, haben wir in einem separaten Beitrag näher beleuchtet. Gleichzeitig zeigt sich: Die Erstellung sicherer Passwörter ist keine Frage von Glück, sondern das Ergebnis klarer Prinzipien und geeigneter Werkzeuge.

Wer auf ausreichend Länge, Unvorhersehbarkeit und Einzigartigkeit achtet, und bei Bedarf auf unterstützende Tools wie Passwort-Manager sowie zusätzliche Sicherheitsmechanismen wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zurückgreift, kann das Risiko erfolgreicher Angriffe deutlich reduzieren.

Langfristig zeigt sich jedoch, dass selbst starke Passwörter an ihre Grenzen stoßen. Moderne Verfahren wie Passkeys gehen daher einen Schritt weiter und vermeiden viele der grundlegenden Schwächen klassischer Passwortsysteme.